Franken vs. Schwaben
Konstanza am 15:33 Uhr 12.8.2011 :
;-)
Damir am 09:05 Uhr 08.8.2011 :
Mit eurer Seite habe ich beim S(ch)urfen ein G
Erik am 07:57 Uhr 23.7.2011 :
Immer wieder lustig zu lesen, worüber andere si
Silke am 21:12 Uhr 12.7.2011 :
Als weiter so, es ist einfach absolut spitze und
Michelle am 19:47 Uhr 11.7.2011 :
Ich finde die Seite von euch ganz super dolle
von Mathilde
Franken und Schwaben sind zwei große Landschaften im süddeutschen Raum, genauer gesagt in Baden Württemberg und Bayern. Der Großteil Schwabens liegt auf Baden-württembergischen Gebiet und der Gros des Frankenlandes ist über Nordbayern verteilt. Beiden Regionen ist es zu eigen, dass sie geopolitisch nicht immer glasklar definiert sind. Zwar gibt es beispielsweise Landkreise, die den Begriff "Schwaben" oder "Franken" in sich tragen, aber auch außerhalb dieser kreisterritorial eindeutig markierten Areale finden sich Landflächen, wo sich die Bewohner zumindest soziokulturell als Schwaben oder Franken verstehen. Die Tatsache der Volksgruppenzugehörigkeit trifft auch umgekehrt zu- exemplarisch seien die Breisgauer genannt, die fälschlicherweise von vielen deutschen Bundesbürgern auch unter dem Oberbegriff Schwaben genannt werden, wie überhaupt oftmals ganz Baden-Württemberg als Schwaben bezeichnet wird. Jedoch sehen die Leute im Breisgau sich begrifflich in ihrer Identität eben nur als ´Breisgauer`. Auch der schwäbische Dialekt trägt nicht immer zu einer deutlichen Definitionsabgrenzung bei, wenngleich mit der imaginären Route Bad Wildbad-Freudenstadt-Donaueschingen-Stockach-Lindau-Oberstdorf durchaus eine grobe kartografische Demarkationslinie existiert. Ähnliches gilt für die Franken. Auch sie haben durchaus Schwierigkeiten eine einheitliche Definition für sich zu finden. Denn auch hier überlappen sich die soziokulturellen Eigenschaften mit den Bundesländern. Hinzu kommt analog zum Schwabenländle die fehlende einheitliche Identität untereinander. Auch Unter-, Mittel- und Oberfranken sind sich untereinander nicht immer ganz grün. Der Grund für dieses auf den ersten Blick verworrene Geo-Durcheinander im suddeutschen Regionalwald liegt in der den Ländern zugrunde liegenden Historie, die sich bis weit hinter das frühe Mittelalter erstreckt. Dort wurden die Sueben- die altertümliche Bezeichnung für Schwaben- nämlich bereits zu Zeiten der Völkerwanderung erwähnt, nämlich interessanterweise in der Elbgegend des heutigen Böhmen. Von dort aus setzten sich die Sueben im Zuge der Völkerwanderung in Bewegung und wurden unter anderem. im süddeutschen Raum ansässig, siedelten sich aber auch in der nördlichen Schweiz- und im österreichischen Vorarlberg an. Einen wenn auch schwindend geringer Teil zog es gar bis nach Rumänien. Ab 1200 waren beide Regionen sogar wichtige Gebietskörperschaften der deutschen Kaiserreiche und wurden fortan als Herzogtümer behandelt. Vom Mittelalter, der Renaissance, über die Barockzeit und die Klassik veränderten sich bis hinein ins 20. Jahrhundert der beiden Weltkriege, die Grenzen von Franken und Schwaben immer wieder, wenn auch meist geringfügig. So ist es also verständlich, dass auch in der heutigen Zeit die Menschen in ihrem lokalpatriotischem Bewusstsein immer noch von der mehr als jahrtausendjährigen Tradition regionaldifferent beeinflusst werden und keine allumfassende Einigung erzielen können, sofern diese überhaupt gewünscht ist. Neben der Identitätssuche innerhalb der Schwaben oder innerhalb der Franken ist es noch die Rivalität die den einen Landstrich mit dem anderen verbindet. Sie wird auf einer eher freundschaftlichen Basis geführt und hat freilich nichts mehr gemein mit den blutigen Auseinandersetzungen und Landkämpfen des Mittelalters. Solche föderalen Wettstreitigkeiten schlagen sich nieder z.B. in der milden Bekämpfung von Fußballklubs, der alternierenden Verschmähung im alemannischen Fastnachtskarneval oder der gegenseitigen Beleidigung durch zotige Witze an süddeutschen Stammtischen. Vergleichbar sind diese verbalen Scharmützel mit anderen bundesweit bekannten Rivalitäten wie der ständig tobende Kampf um die rheinische Vormachtsstellung der Kölner und Düsseldorfer oder aber die Wetteiferung um die Nordlichtkrone zwischen Hamburgern und Bremern. Vielleicht sind es diese Duelle in Wirtshäusern oder Fußballstadien, die dann einen Oberfranken und einen Unterfranken wieder beim Bocksbeutel vereint bzw. einen Nordschwaben und einen Südschwaben bei einer Stuttgart 21-Demo gemeinsam fusioniert marschieren- und den lokalen Widersacher vergessen machen lässt.


Kommentare
12:03 Uhr 13.1.2011Bianka
Hab mir das jetzt mal durchgelesen und kann nur zustimmen.
19:22 Uhr 11.1.2011Sünje
hab mich köstlich amüsiert, danke :)
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